
Warum in den Wald
Reflexion des Waldkindergarten
Leonberg Wurzelkinder e.V. über „Der Waldkindergarten –
Dimensionen eines pädagogischen Ansatzes“
von Ingrid Miklitz 2004
Die meisten Kinder unserer Gesellschaft verbringen ihre Kindheit zum Großteil
in geschlossenen Räumen – „wir haben die Kindheit nach innen verlegt“ (S. 39).
Dies hat weitreichende Auswirkungen auf ihre Entwicklung. Aufgrund von Bewegungsmangel
kommt es schon bei Kindern immer häufiger zu Haltungsschäden und Unfällen
(da Kinder alltägliche Bewegungsabläufe nicht mehr ausreichend üben können).
Gestaltungsmöglichkeiten und Kreativität werden durch zu viel Spielzeug eingeschränkt.
Häufig können sinnliche und emotionale Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden.
Und letztlich entfremden wir die Kinder der Natur, da sie nicht mehr ausreichend
Möglichkeit haben, ihr zu begegnen. All diese Gründe sprechen dafür, Kindern wieder
mehr Freiräume zu geben.
Alle Waldkindergärten verbinden zentrale Themen, das Erleben der jahreszeitlichen Rhythmen
und Naturerscheinungen, das Erhalten und Fördern von Neugier, körperliche Grenzen erfahren
dürfen, soziales Verhalten üben und vor allem die Wertschätzung der Natur.
Alle Waldkindergärten verbinden zentrale Themen, das Erleben der jahreszeitlichen Rhythmen
und Naturerscheinungen, das Erhalten und Fördern von Neugier, körperliche Grenzen erfahren
dürfen, soziales Verhalten üben und vor allem die Wertschätzung der Natur.
Beim Erleben der jahreszeitlichen Rhythmen im Wald können die Kinder Erfahrungen und
Wissenszuwächse einbetten in den Geruch der feuchten Frühlingserde, die wärmenden
Sonnenstrahlen des Sommers, die bunten Farben des Herbstes und die Kälte des Winters.
Dadurch verankert sich ihr erworbenes Wissen tief im Gedächtnis. Kinder sind von Natur
aus neugierig und der Wald hilft, diese Neugier zu erhalten. Durch die Jahreszeiten
ändert sich die Umgebung im Wald immer wieder. Der Kreislauf des Entstehens und Vergehens
macht neugierig auf das nächste Geschehen. Im Wald ist es den Kindern möglich, körperliche
Grenzen zu erfahren. Verschiedene Bäume laden zum Klettern ein. Die Herausforderung eines
Baumes anzunehmen erfordert vom Kind Mut, aber auch die Bereitschaft, im Falle des Scheiterns
eine Enttäuschung anzunehmen. Solche Grenzerfahrungen stärken das Selbstbewusstsein und das
Kind lernt, seine Möglichkeiten realistisch einzuschätzen. Gegenstände zum Spielen bietet der
Wald viele, ein Blatt kann zu Geld oder einer Puppendecke werden. Im Zusammenspiel muss die
Bedeutung des Blattes allerdings kommuniziert werden und es muss eine Einigung erfolgen.
Durch das Einander-zuhören-müssen und Sich-einigen üben die Kinder im Waldkindergarten früh
die Basis für soziales Verhalten.
Während der Zeit im Wald lernen die Kinder „ihren Wald“ kennen und lieben. Und was
sie lieben, das werden sie auch schützen. Die Wertschätzung der Natur ist den „Waldkindern“
in ihrer Kindergartenzeit im Wald im Herzen und ins Herz gewachsen.