
Rückblick
2009
Unser Jahresauftakt wurde wie jedes Jahr durch den Pferdemarkt bestimmt.
Auch dieses Mal bastelten unsere kreativen Eltern und Erzieherinnen wieder
die märchenhaftesten und unheimlichsten Kostüme, die auf dem ganzen Umzug zu sehen waren.
Und wieder gelang es uns, als beste Fußgruppe mit dem ersten Platz für unsere Darbietung
bewertet und belohnt zu werden.
Der Frühling zog ins Land, und die Kinder konnten die auflebende Natur im Silberwald erleben.
Der 1. Mai war traditionell der Tag für unser großes Jahresfest. Die zahlreichen Zuschauer
erlebten eine wunderschön inszenierte Aufführung der „kleinen Raupe Nimmersatt“.
Am 13.Juni nahm die Kindergartengruppe unter der Leitung des Leonberger Naturwissenschaftlers
Markus Keller am Tag der Artenvielfalt, am Silberberger See, teil.
Den Sommer verbrachten wir dort, wo der Waldkindergarten Wurzelkinder vor fast 10 Jahren
angefangen hat, im Höfinger Tal. Aufgetretene Raupen des Eichenprozessions-
spinners hatten
uns zu diesem Ortswechsel bewegt. Dort nutzten wir die Zeit an der Glems zu spannenden und
neuen Expeditionen. Nach den Sommerferien waren wir zurück im Silberberger Wald,
worüber die Kinder sich sehr gefreut haben.
Als eine Gruppe der Lokalen Agenda 21 haben wir auf dem Agendafest wie-der das Kinderprogramm ausgerichtet.
Auch im Jahr 2009 wurde an unseren Tischen getont, gebastelt und gespielt.
Am 3. Oktober fand die Aktion „Kunst im Wald“ statt. Nach unserer ersten
Veranstaltung im Jahr 2006 wollten wir auch in diesem Jahr den Wald als
Kunstraum zur Geltung bringen. Die Leonberger Bildhauer Katja und Andreas Geisselhardt
konnten wir gewinnen, einige ihrer wunderbaren Stein-Skulpturen auf unserem Bauwagengrundstück
auszustellen. Riesige farbenfrohe Bilder der Leonberger Grafikerin Franziska Walter,
aufgehängt zwischen den Bäumen und umschmeichelt von den Strahlen der Sonne, begeisterten die
vielen Spaziergänger, Gäste und Kunstinteressierte.
Zum Jahresausklang buken die Eltern der Wurzelkinder Weihnachtsplätzchen und verkauften sie auf
dem Leonberger Wochenmarkt. Einen Teil davon spendeten wir auf direktem Wege nach Tansania in die
Stadt Moshi zu den AMANIKIDS, das ein Freund der Wurzelkinder besuchte um dort ehrenamtlich zu arbeiten.
2008
In unserem dritten Jahr im Silberberger Wald wird der Waldkindergarten zu einer festen Institution. Wir bekommen Besuche von anderen Kindergärten,
die ihren Waldtag im Silberberger Wald verbringen.
Auch an unserem Tag der offenen Tür, den wir mit dem traditionellen Maifest jährlich am 1. Mai begehen, hatten Eltern, Kinder und Interessierte wieder
die Möglichkeit sich über den Alltag im Waldkindergarten und über die Waldpädagogik zu informieren. Auch an einem Schnuppernachmittag im Rahmen
der Woche des ehrenamtlichen Engagements der lokalen Agenda informierten wir über unsere Arbeit in der Elterninitiative.
Um mit uns und der Öffentlichkeit über die Schulfähigkeit von Waldkindern zu sprechen, luden wir am 1. Juli 2008 Herrn Dr. Peter Häfner zu
einem Infoabend in die Mediathek der Sophie-Scholl-Schule ein. Der Pädagoge und Wissen-
schaftler hatte dieses Thema in seiner Dissertation bearbeitet. Es war sehr interessant, unsere jahrelangen Erfahrungen nun einmal
wissenschaftlich untermauert und ausgewertet wieder zu finden.
„Viele unterschätzen wohl den Einfluss, den ein Kindergarten auf die gesamte Entwicklung eines Kindes haben kann. Aber gerade in dieser
so sensiblen Lebensphase werden die „Fundamente“ oder „Grundsteine“ für das gesamte spätere Leben gelegt. Durch das stetige Anwachsen der
Zahl von Neugründungen von Waldkindergärten … wird in Zukunft diese Form des Kindergartens eine immer größer werdende Rolle bei der vorschulischen
Erziehung spielen. Dafür sprechen auch schon die Wartelisten bei den bereits vorhandenen Einrichtungen dieser Art. Da sich das Konzept des
Waldkindergartens inzwischen vielfach und auf eine so deutliche Weise bewähren konnte, kann man keinesfalls mehr von einer „pädagogischen Eintagsfliege“
reden, sondern vielmehr von einer festen neuen Größe in der gesamten heutigen Kindergartenlandschaft“ beschließt Dr. Häfner seine Doktorarbeit und sein
Plädoyer für den Waldkindergarten.
2007
Der Silberberger Wald mit seinem vielseitigen Gelände bietet uns Plätze wie den Waldsee, ein Schneewittchenhaus,
einen Bachlauf, steile Hänge zum Kraxeln und spannende Kletterbäume, so dass wir jeden Tag auf Expedition sind.
Unser traditionelles Maifest feierten wir 2007 zum ersten Mal im Silberberger Wald. Die vielen Besucher
konnten bei einer Waldrallye unsere Plätze kennen lernen, sich an einem Kindertheaterstück „Wer ist der Stärkste im Silberwald“
und dem Märchenlesen erfreuen. Am großen Buffet fand wohl jeder Gast das Passende für seinen Geschmack und konnte es
gemütlich in einer der netten Sitzgruppen verspeisen.
Im Sommer haben wir das erste Mal eine größere Vorschulgruppe von sieben Kindern in die Schule entlassen. Seit diesem
Jahr gibt es auch eine gezielte Vorschularbeit nach einem von den Erzieherinnen und dem pädagogischen Vorstand
ausgearbeiteten Vorschulkonzept.
Zum Kindergartenjahr 2007/2008 haben wir erstmals einen Ausbildungsplatz geschaffen. Eine Anerkennungspraktikantin hat
hier die Möglichkeit, die Waldpädagogik zu erleben und wir freuen uns über die Unterstützung.
2006
Die Wurzelkinder haben seit ihren Anfängen nach einem schönen Platz im Wald gesucht. Das Höfinger Tal mit der Glems stellte eine schöne Übergangs-
lösung dar. Mit dem Anwachsen der Gruppe aber wurde das Tal zu eng. In Zusammenarbeit mit dem Forstamt wurde schließlich ein neuer
Standort gefunden: im Silberberg. Endlich im Wald. Seit Mai 2006 fährt ein Teil der Wurzelkinder mit zwei Erzieherinnen morgens mit
der S-Bahn (ab Höfingen oder Leonberg) ans Silbertor und mittags wieder zurück, die anderen Kinder werden weiterhin von den Eltern gebracht.
Die Kinder, Erzieherinnen und Eltern erfreuen sich sehr an dem neuen Standort und all den Möglichkeiten, die sich hier bieten.
2005
Mit der Aufnahme in die Bedarfsplanung der Stadt Leonberg 2004 haben sich die Wurzelkinder endgültig in der Leonberger Kindergartenlandschaft
etabliert. Die Anmeldungen stiegen sprunghaft an und mittlerweile umfasst die Gruppe 20 Kinder. Darunter sind auch zwei Kinder mit besonderen
Förderbedürfnissen. Sie konnten sich dank des guten Zusammenspiels von Natur, Erzieherinnen (durch die Integrationskraft wuchs das Erzieherinnenteam
auf drei an), Frühförderstelle, Eltern und Therapeuten schnell in die Gruppe integrieren. Die Wurzelkinder werden eine integrative Einrichtung.
Seit dem Herbst unterstützt zusätzlich eine FSJ-lerin (Freiwilliges Soziales Jahr) die Erzieherinnen in ihrer Arbeit.
2004
Inzwischen haben wir zwei engagierte Erzieherinnen, eine abenteuerlustige kleine Gesellschaft, die mit allen Sinnen die Natur erlebt,
und viele Ideen die es umzusetzen gilt. Für Leonberger Familien bieten wir Programme bei VHS und Familienbildungsstätte an und sind
bei den Kinder- und Jugendtagen sowie beim Leonberger Pferdemarkt dabei.
2000
Der Waldkindergarten beteiligte sich als Projekt-Gruppe „Kind und Natur“ an der Lokalen Agenda Leonberg.
Nach der landesweiten Einführung der Lokalen Agenda in den Kommunen vergab das Land Baden-Württemberg
Förderpreise für entsprechende förderungswürdige Projekte im Bereich Umwelt, Ökologie und Soziales.
Unter dem Motto „ Ein Bauwagen für den Waldkindergarten Wurzelkinder“ wählte uns die Jury aus und wir bekamen 7.000 Euro,
um unser Gelände zu sichern und einen Bauwagen zu kaufen und auszubauen. Ein privater Förderer stellt uns sein Grundstück bis
heute unentgeltlich zur Verfügung. Das alles war die Voraussetzung dafür, dass wir unser Einweihungsfest feierten, wo wir auch
zufällig unsere erste Erzieherin fanden. Im November 2000 nahmen wir den Betrieb im Höfinger Tal mit fünf Kindern auf.
1998
nahmen zehn Eltern aus Leonberg erstmals den Gedanken auf, einen Waldkindergarten zu gründen.
Das erste Treffen aller interessierten Eltern fand an einem sonnigen Tag in einem Garten statt und man beschloss,
dem Gedanken Form zu geben und einen Namen. Aufgaben wurden verteilt, es wurden andere Waldkindergärten besucht,
alles wurde darangesetzt in die Tat zu gehen. Der Reutlinger Waldkindergarten half uns mit vielen wichtigen Informationen,
und der Gründungsweg wurde beschritten. Für die Öffentlichkeit organisierte man jeden ersten Sonntag im Monat einen
Familienwaldtag mit kleinem Programm. Inzwischen trafen sich die Mütter mit ihren Kindern an drei Vormittagen
in der Woche in der Natur.